Unsere Geburtsgeschichte Aeden Joshua

Schon mehr als zwei Wochen ist es jetzt her als wir dich in unsere Arme schliessen durften. Einer der schönsten Tage meines Lebens!

Als wir damals Estella Joy im Spital empfangen haben, war für uns ganz klar dass wir die Geburt beim nächsten Mal in einem anderen Umfeld verwirklichen möchten. Also haben wir alle Möglichkeiten betrachtet und uns dann für eine Hausgeburt entschieden. Folgende Optionen wären in Frage gekommen: Geburtshaus oder Hausgeburt. Da wir im Moment kein Auto haben und wir wie wir finden bei der ersten Geburt wertvolle Zeit mit Herumfahren vergeudet haben, haben wir uns für ein Willkommen-Heissen unseres Babys zu Hause in unserer Wohnung, im gewohnten Umfeld mit einer professionellen und erfahrenen Hebamme entschieden. Es war die beste Entscheidung aller Zeiten und ich würde nie wieder anders wählen.

Ich habe mit meiner Hebamme darüber geredet. Geburten sind ein ultra spannendes Thema und sehr sehr sehr weitreichend. Es gibt hier von Allein-Gebärenden (also Frauen, die den Wunsch haben das Kind ganz alleine auf die Welt zu bringen) bis hin zum geplanten Wunschkaiserschnitt einfach alles. Ich bin sicher jede Mama hat eine starke Meinung dazu, denn sie hat ja bereits (mindestens) eine Geburt erlebt. Dieser Text dient nicht dazu irgend jemanden zu degradieren oder anzugreifen. Er widerspiegelt lediglich was ich zu diesem Thema denke & fühle.

Eine Geburt in meinem Zuhause, im Vertrauen mit dem Leben und meinem Kind, ist das Beste das es gibt. Auch eine Geburt im Wasser ist einfach nur das Grossartigste das ich mir vorstellen kann und ich würde nie wieder anders wählen. Ich kann es einfach nur von Herzen empfehlen.

Nach der Geburt unserer Tochter mussten wir uns doch eine Weile von diesem „Schock“ erholen. Wir mussten die Betreuungspersonen im Spital verdauen, wir mussten das Tempo verdauen. Wir mussten die Wehen und die grossen Schmerzen, die damit verbunden waren, verdauen. Wir mussten verdauen das man uns nicht ernst nahm. Ich bin (offenbar) eine Frau, die wie sie es sagen leicht gebärt. Stop, das heisst nicht das ich dabei keine Schmerzen empfinde 😉 es heisst einfach das es bei mir sehr schnell geht/ging bereits bei der ersten Geburt. Sie dauerte von der ersten Wehe bis zum Im-Arm-Halten von Estella Joy genau 7.5 Stunden. Im Spital hat also niemand wirklich geglaubt, dass sich mein Muttermund innert etwas mehr als einer halben Stunde von 5 auf 10 cm öffnet oder das ich wirklich schon so weit sein konnte. Deshalb haben die Hebammen auch immer wieder das Zimmer verlassen und hätten ihre Ankunft somit fast verpasst.

Ihre Ankunft war für uns wunderschön & überwältigend und wir durften also bereits bei der Geburt miterleben welche Art von Energie mit ihr zu uns kommen würde. So wild und direkt. So ehrlich und ohne grosse Umwege. Wir lieben sie von Herzen für ihr Wesen! Und ich bin mir auch bewusst welche Vorarbeit die erste Geburt und Estella schon geleistet hat. 

Bei der Schwangerschaft mit unserem Sohn Aeden Joshua war vieles anders. Ab Woche 35 hatte ich zwar einen Tag lang Senkwehen genau wie bei Estella. Aber dann hatte ich bei ihm bereits die ersten Wellen in der Woche 36, drei Abende lang hatte ich über 1.5 Stunden Wehen (Wellen) und dachte auch daran die Hebamme anzurufen. Beim Kontrolltermin in der Woche 37 bei der Hebamme sagte sie mir, dass es wohl bald so weit sei denn der Muttermund sei bereits 2 cm offen und alles sei sehr weich, also ideal für die Geburt. Er kam dann schlussendlich aber doch „erst“ in der Woche 37 + 6. Also fast eine Woche nach dieser Kontrolle. Ich hatte also wieder ein paar Tage immer wieder ein wenig Wellen aber sie wurden nie intensiver und langsam wurde ich dann schon etwas nervös. Wollte er nicht kommen? Hatte die Geburt schon phasenweise begonnen? (Offenbar ja!) Wann würde er wirklich kommen und wie schnell? (Dies fragte ich mich, denn ich wollte ja ab und zu noch nach draussen:D zum Beispiel in ein Restaurant)

Während den Wellen (Wehen) und das erste gemeinsame Bild

Er kam dann an einem Dienstag morgen an dem alles einfach perfekt ablief. Und mit perfekt meine ich mit ganz viel Segen von oben. Wir haben ja da wir frisch aus der Stadt gezogen sind kein Auto, und am besagten Dienstag morgen war es gedacht, dass mein Mann unsere Tochter zur KITA bringen würde, normalerweise lassen wir uns ganz viel Zeit für das. An diesem Morgen musste es aber schnell gehen und deshalb mit Auto.

Wir schauten also auf mobility und fanden ein Fahrzeug in unmittelbarer Umgebung (eines das sonst immer bereits weg ist!) und so konnte er sie doch ganz zackig in die Kita fahren und schaffte es gerade noch rechtzeitig zurück. Die erste Welle spürte ich am Morgen um die 06.15 dann wurde es doch immer intensiver und während wir in unserem Pool das Wasser einliessen, zog sich unsere Tochter an und ich machte ihr noch Brötchen. Dann holte mein Mann auch schon das Auto so um 07.15 h muss das gewesen sein und die beiden fuhren los in Richtung Kita. Da die Wellen dann doch recht intensiv wurden habe ich ihn angerufen, denn ich kriegte ein wenig Angst ganz alleine zu sein.. Er beruhigte mich und sagte er habe noch 5 Minuten, dann 4 dann 3 und blieb am Telefon bis er auf dem Parkplatz stand. Um 07.45 war er wieder zurück und ich ging in meinen Pool. Um 07.55 kam die Hebamme bei uns in der Wohnung an und um 08.23 Uhr erblickte unser Sohn das Licht der Welt in unserem Zuhause. Es war eine wunderschöne Geburt und gleich zu Hause zu sein ist einfach so himmlisch.

Ich spürte damals schon dass er Zeit braucht für die Geburt und das er das phasenweise machen möchte. Die Geburt hat also für mich schon vorher angefangen, denn er hat sich Stück um Stück dahin bewegt, sodass er am Geburtstag nur noch den Rest schaffen musste. Für mich ist es einer der schönsten Tage meines Lebens. Ich könnte nicht dankbarer sein für ihn, für sein Wesen und für so eine wunderbare heilsame Geburt nur mit meinem Sohn, meinem Mann und meiner Hebamme. Ich fühlte mich richtig wohl im Wasser und konnte mich unglaublich gut erholen in den Pausen zwischen den Wellen. In jeder Pause fühlte ich mich als könnte ich gleich was Kochen oder Servieren oder sonst was Gutes tun, sie waren für mich unglaublich erholsam und ich finde auch hier gilt es sich auf das Positive zu fokussieren und die Pausen (das weiss jede Mama) sind einfach wunderbar!!!

Ich finde grundsätzlich die zweite Geburt einfacher. Alleine vom Mind-set man weiss „ungefähr“ was auf einen zukommt. Natürlich weiss man nicht genau wie es sein wird, aber man kennt alles schon. Man weiss wie sich gewisse Dinge anfühlen oder ob man gerne im Spital gebären möchte oder lieber an einem anderen Ort. Man weiss ein bisschen Bescheid übers Wochenbett oder wie sich ein Milcheinschuss anfühlt. Man weiss sicher auch was man nicht mehr möchte, oder? Ob was fehlte? Ganz ehrlich. Ein bisschen Bedienung hat natürlich gefehlt 😉 aber wir haben dann einfach beim Italiener was Leckeres bestellt. Wir werden es wieder so machen das ist für uns klar 🙂

Seither leben wir uns ein zu Viert. Es ist oft so als wären wir schon immer zu Viert gewesen. Aber natürlich ist es im ersten Moment ein Schock für das grosse Kind, es muss plötzlich ständig warten und Geduld und Verständnis haben.  Wir üben uns gerade alle darin. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen Estella Joy macht es so so so gut. Sie ist die beste Schwester der Welt, eine grosse Schwester wie man sie sich wünscht. Wir sind unendlich dankbar für unsere Kinder <3 

Ich weiss jetzt schon dass ich nicht mehr so bin wie vorher! Die Geburt unserer Tochter hat mich ja extrem verändert und jetzt spüre ich es wieder.

Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.

Das ist bestimmt nicht das letzte Mal an dem ich über das Thema Hausgeburt schreiben werde. Herzlich willkommen Aeden Joshua <3  

3 comments

  1. wunderschön! bi soo froh hesch du sone berüerendi erfahrig döffe mache und so stolz und bewunderedas dich so hige und vertraut hesch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.