Und da waren sie! Mit den Brüsten kamen die Selbstzweifel

Bam. Da waren sie. Selbstzweifel. Die Chancen stehen gut, dass auch du sie kennst. Die einen von uns vielleicht in der Form „Bin ich genug schlank“? Sehe ich gut genug aus? Bin ich genug (aus)gebildet? Schaffe ich diese Prüfung? Wieder andere von uns vielleicht in Form von“Kann ich wirklich nochmals ein Kind auf die Welt bringen“?

Bevor ich weiterschreibe will ich anmerken, dass es sich hiermit nicht um einen Artikel handelt, der beleuchtet ob meine Brüste nun in Ordnung sind oder nicht. Denn diese sind sowas von in Ordnung. Nicht nur weil sie mir gefallen, sondern viel mehr, weil ich mich dazu entschieden habe, dass sie mir gefallen. 😀

Was in diesem Artikel aber thematisiert wird ist die Tatsache, dass ich in dem Moment in dem ich den Milcheinschuss gekriegt habe (also der Moment in welchem mein Körper anfängt Nahrung für mein Baby zu produzieren) als extrem emotional wahr genommen habe. Es ist schon ein Ding, wenn die Dinger innert 2 Tagen sich Körbchengrösse von C auf E erheben.

Hallo Selbstzweifel! Nice to meet you! Da seid ihr also. Jetzt habt ihr euch doch ziemlich lange versteckt. Aber mit den Brüsten zusammen, seid auch ihr noch aufgetaucht. ifel. Ich schreibe diesen Blog Post am Tag 3 des Wochenbetts und muss sagen ja heute hat es mich doch erwischt. Da war ich monatelang ganz ruhig, fühlte mich bestens, hatte mich ganz intensiv mit mir selbst und meinen Ängsten vor der Geburt auseinander gesetzt, mich bewusst vorbereitet, war immer sehr ruhig und jetzt bin ich emotional wie noch nie und weine ständig. Fragen über Fragen schiessen mir durch den Kopf.

  • War ich eine gute Mama?
  • Konnte ich zwei Kinder gleich lieben? Genau gleich?
  • Kann ich für zwei Kinder da sein? Voll und ganz?
  • Und all meinen anderen Projekte?
  • War ich eine gute Ehefrau?
  • Hatte ich genug Liebe für alle in der Familie?
  • Wäre es jetzt an der Zeit keinen Job mehr auszuüben?

Ich habe dann alle diese Fragen mit meinen zwei Best friends bearbeitet (Mit meinem Mann und meiner besten Freundin) Sie sind sich einig gewesen, dass ich eine Supermom bin. Leider kann ich persönlich nicht immer klar sehen, was ich gut mache (aber auch daran arbeite ich)! Schlussendlich sind wir darauf gekommen, dass das wohl einfach ein sehr emotionaler Moment für mich war und das ich diese Gefühle auch zulassen darf und soll.

Ich fand bei Estella den Schlafentzug ziemlich hart am Anfang. Da habe ich mein Leben lang 8-12 Stunden durchgeschlafen, einfach so, und zu jeder Zeit und plötzlich hiess es alle 2-3 Stunden Stillen nachts oder görbseln 😉 oder Bäuchli massieren oder sonst was. Da hatte ich fast ein Jahr bis ich mich einigermassen an den Schlafentzug gewöhnte. Jetzt beim zweiten Mal geht es für mich viel einfacher. Ich kenne es ja seit Jahren jetzt, dass ich nachts mehrmals Nuggis suche, Wasser bringe, Schöppi mache oder sonst was. Das er jetzt auch noch alle 2 Stunden an meiner Brust trinkt, stört meinen Schlaf kaum mehr und passt sehr gut in unseren jetzigen Lifestyle 😉

Hier möchte ich noch ein paar Dinge mit euch teilen, die mir im Bezug auf die Milch und das Stillen geholfen haben: 

  • Stillen ist für mich etwas vom Schönsten, das es gibt, aber noch viel mehr einfach etwas total Natürliches. Wie Essen im Allgemeinen 😀 Das mein Körper in der Lage ist Essen zu kreieren finde ich schon genial. Ausserdem bedeutet es auch ein Höchstmass an Easiness für mich. Meine Milch hat immer die richtige Temperatur, es gibt nichts Gesünderes für die Babies und ich muss nicht aufstehen um es parat zu machen. 😉 Es war also klar, dass ich nachdem ich Estella fast 2.5 Jahre stillte (Bis sie sich selbst abstillte) wieder stillen werde. Ob es diesmal wieder solange gehen wird, kann ich noch nicht sagen. Wenn du also noch überlegst ob du stillen sollst, ich wünsche es dir und deinem Kind wirklich von Herzen und möchte dich ermutigen es zu tun.
  • Wenn die Milch kommt (zum ersten Mal) kriegst du Riesen-Möpse. Jap, kann es nicht anders sagen, sorry! 😀 Das kann ziemlich weh tun und auch an eine Nacht im OP-Saal eines Schönheitschirurgen erinnern. Das macht nichts, denn das kriegt sich wieder ein. Was hilft ist ein Kühlpad (bitte ab Woche 37 immer im Gefrierfach lagern) und man kann die Brustwarzen auch mit Schwarztee, Fencheltee oder Kamillentee beruhigen. Eine gute Wollfettsalbe ist ebenfalls unerlässlich. Richtig toll sind auch diese hier.
  • Bei einem Milchstau helfen dir Quarkwickel – Das es gar nicht erst zu einem Stau kommt bedingt das regelmässige (Aus)Trinken beider Brüste. Das kann am Anfang noch schwierig sein, denn Aeden zum Beispiel konnte am Anfang noch nicht die ganze Brust leer trinken. Er schlief jeweils nach 5-10 Minuten wieder tief und fest und die Milch lief aber noch…. Deshalb habe ich in den ersten 3-4 Wochen oft noch abgepumpt, sodass ich nicht unnötig Schmerzen leiden musste. (No thanks!) Ich empfehle dir also auf jeden Fall eine Milchpumpe. Das Problem ist jedoch meistens nur am Anfang vorhanden, das heisst du kannst auch eine Pumpe mieten oder von einer Freundin ausleihen und musst nicht extra 300.- CHF plus ausgeben. Es sei denn du weisst, dass du mehrere Babies haben wirst 😀 dann lohnt es sich. Eine andere gute Hilfe bei Milchstau ist zuerst die Brust wärmen (mit warmen Tuch, warmen Bad oder warmer Dusche) dann das Kind zum Stillen anlegen. Am besten funktioniert es, wenn du dein Baby mit dem Unterkiefer in Richtung der gestauten Stelle hinlegst. Das ist vor allem dann einfach, wenn die Verhärtung außen oder unten in der Brust ist. Mit Milchstau stillen tut einen ersten Moment lang extrem weh, wird dann aber sofort besser wenn es sich beginnt zu lösen. Bitte dranbleiben!
  • Falls du eine Working-mom bist (die in Abwesenheit des Kindes arbeitet) und du spürst dass deine Milch etwas zurück geht (das kann nach ein paar Wochen-Monaten gut sein) hilft es dass du noch weiter pumpst mit der Milchpumpe, auch wenn die Milch schon nicht mehr fließt. Nach ungefähr 20 Minuten Pumpzeit ist die Ausschüttung des Stillhormons Prolaktin wieder gegeben. Ausserdem hilft es arbeitenden Mamas, die am Arbeitsort abpumpen, wenn sie einen gemütlichen Ort haben um zu pumpen und während des Pumpens an die Babies denken und an all die Vorteile (So ticken wir Mamis eben)! Ich bin zum Glück in der glücklichen Lage in welcher ich zu Hause arbeite und mein Baby eigentlich auch ständig dabei habe (ausser an gewissen Anlässen und Terminen)
  • Aufbewahrung der Muttermilch: Dieses Wunderding st vier Stunden bei Zimmertemperatur, 48 Stunden im Kühlschrank oder ein halbes Jahr im Gefrierfach haltbar. Entweder im verschlossenen Fläschchen oder in Gefrierbeuteln in das Eisfach stecken. Es wird auch empfohlen das Datum darauf zu schreiben und entsprechend zu nutzen (Das älteste Datum zuerst nehmen). Quelle: Hebammenblog.
  • Was ebenfalls hilfreich ist für gutes Stillen und Wohlbefinden ist Relaxen, sich gut schauen, nicht zu viel Besuch, sich kein Stress machen mit der Hausarbeit. Family first! Leckeren Stilltee trinken, gut und gesund essen, Schlafen wann immer möglich, nach Hilfe fragen. 

 

Hattet ihr auch Selbstzweifel? Und hatten sie bei euch mit dem Milcheinschuss zu tun oder kamen sie vor- oder nachher? Lasst es mich wissen, wenn ihr wollt.

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