Stillen und Bindung! Was gut zu wissen ist

Heute ein wunderbarer Gast Post von Christina von der Stillakademie zum Thema Stillen und Bindung. Wenn du schon immer etwas mehr über das Stillen wissen wolltest, voilà hier spricht die Expertin. Viel Spass beim Lesen.

Die Bedeutung des Stillens für die Mutter-Kind Bindung

Eine stabile Bindung ist wichtig für die Mutter-Kind Beziehung. Sie entsteht durch Liebe, Körperkontakt und Sicherheit. Wenn Mütter feinfühlig und schnell auf die Signale ihres Babys reagieren, erlebt es Geborgenheit.

Ein wichtiges Bedürfnis ist Nahrung und das Stillen ist der natürliche Weg, ein Baby zu ernähren. Doch beim Stillen geht es um viel mehr, als nur Nahrung. Das Stillen ist gelebte Bindung, Beziehungspflege, Heilung und Trost.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das Vollstillen in den ersten 6 Lebensmonaten und rät, bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres und darüber hinaus zu stillen, solange Kind und Mutter dies wünschen.

Die meisten Frauen beginnen zu stillen. Doch schon nach dem ersten Monat reduziert sich die Anzahl der stillenden Mütter erheblich. Die Gründe, warum Frauen aufhören zu stillen, sind vielfältig. Oft sind Schmerzen oder Unwohlsein der Auslöser, die Stillbeziehung einzustellen. Doch auch fehlende Unterstützung, falsche Tipps und Maßnahmen zur Beruhigung des Babys sowie mangelndes Vertrauen in sich selbst halten Frauen davon ab, die Stillbeziehung selbstbestimmt fortzusetzen. Darunter leiden Mütter und sie brauchen Zuwendung in ihrem Schmerz.

Mütter möchten das Beste für Ihr Baby. Und sie glauben nicht, dass sie das sind.

Das Gelingen der Stillbeziehung wird hauptsächlich durch 3 Faktoren bedingt. Frauen erleben Unterstützung und erlauben sich, ihre eigenen Erwartungen den Bedürfnissen ihres Babys anzupassen um miteinander zu wachsen.

Entscheidend dabei ist, dass die Unterstützung sich auch auf die Stillbeziehung erstreckt und diese als bindungsförderndes Element gesehen wird. Denn nur, wenn Frauen die Versicherung haben, das Beste für ihr Baby zu tun, vertrauen sie sich selbst und ihrem Kind. Dann können sie das Stillen genießen und in die Bindung gehen.

Babys sind ab ihrer Geburt mit einem starken Bindungsverhalten ausgestattet. Mit ihren Signalen stellen sie sicher, dass sie versorgt werden. Sie scannen ihre Umgebung regelmäßig ab um ihre Bezugsperson wahrzunehmen. Sie rufen sie durch Laute, Weinen oder Schreien herbei. Sie halten sie fest und wehren sich gegen Trennung. Müttern wird diese natürliche Bindung nicht selten abtrainiert. Mit Vorwürfen wie „Du verwöhnst Dein Baby“ oder „Es muss auch lernen, mal alleine zu schlafen“ wird große Verunsicherung geschürt.

Dabei wird übersehen, dass das Stillen auch positive gesundheitliche und psychische Effekte auf die Mutter hat. Das Stillen wirkt sich unterstützend auf die Regeneration des Körpers aus. Die Rückbildung der Gebärmutter erfolgt deutlich schneller und komplikationsärmer, so dass sich stillende Mütter in der Regel schnell wieder sehr fit fühlen.

Zur Bindung ermutigen – Mit Worten und Taten

Unsere Sprache ist mächtig. Und deshalb ist der bedachte Umgang mit unseren Worten so wichtig. Wenn also das kuschelnde, noch ankommende Baby, das Zeit mit seiner Mama braucht, von dem Pflegepersonal als „trinkfaul“ bezeichnet wird, richtet sich der Fokus sofort auf ein problematisches Verhalten. Sein Stillverhalten wird in gut und schlecht unterteilt und verunsichert die Mutter. Diese Bewertung kann eine große Auswirkung auf die Stillbeziehung und Bindung zwischen Mutter und Kind haben. Ihre feinfühlige Bindung wird gestört.

Frauen brauchen statt dessen Wertschätzung, Ermutigung und Information. Sie sollten unbedingt in ihrem Wunsch unterstützt werden, ihr Baby nah bei sich zu halten um ihm genau die Nähe zu geben, die es braucht. Denn durch die Hautstimulation der Brust wird das Hormon Oxitocyn ausgeschüttet. Unser „Kuschelhormon“, das auch für die Milchbildung verantwortlich ist.

Mütter, die ihr Baby ohne Vorbehalte und Anleitung kennenlernen dürfen, erleben eine besonders sichere Bindung. Eine spontane, natürliche Geburt unterstützt durch die hohe Oxytocinausschüttung die Bindung auf hormoneller Ebene. Doch auch nach einer Kaiserschnittgeburt erleben Mütter die hormonelle Bindung zu ihrem Baby durch Haut- und Blickkontakt. Sie spüren sich und ihr Baby als Einheit. Ein Schlüssel dazu ist die positive Wahrnehmung.

Stillbeziehung und Bindung als Wachstum

Sobald Mütter ihr Baby und sich in einer symbiotischen Beziehung erleben, wachsen sie. Sie lernen sich selbst kennen, erleben ihre Grenzen und ihre Emotionen. Sie begegnen ihrem Baby in tiefem Vertrauen. Beide wachsen gemeinsam in ihrer Stillbeziehung.

Das Stillen löst bei Mutter und Kind ein Wohlgefühl aus. Das Saugbedürfnis des Babys wird befriedigt, es kann sich regulieren und erfährt eine tiefe Zufriedenheit. Dadurch entspannt es sich, was erklärt, warum viele Babys beim Stillen einschlafen. Die Gewissheit, immer dann Zuwendung zu erhalten wenn sie gebraucht wird, stärkt die Psyche und Persönlichkeit von Kindern erheblich.

Und auch die stillende Mutter erlebt ein tiefes Gefühl von Verbundenheit. Diese Verbundenheit ermutigt sie wiederum, ganz auf die Bedürfnisse ihres Babys einzugehen, es anzunehmen und zu pflegen. Die Oxytocinausschüttung schenkt ihr Stressresistenz. Die stillende Mutter wird ihrem Baby mit mehr Achtsamkeit und Feingefühl begegnen können. Studien belegen, dass stillende Mütter mit Schlafmangel und einem unruhigen Baby gelassener umgehen können als Mütter von Flaschenkindern. Sie fühlen sich seltener ausgelaugt.

Stillende Mütter können sich also auch in herausfordernden Zeiten während des Stillens ihrem Baby liebevoll zuwenden und wieder zu sich finden.

Fazit

Eine stabile Mutter-Kind Bindung kann nicht auf das Stillen reduziert werden, doch die körperliche Einheit schenkt Mutter und Kind Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit. Gestillte Babys können durch die Stimulierung aller Sinne Ihr Urvertrauen voll entfalten und erleben sich in der Einheit, die ihnen aus dem Mutterleib vertraut ist.

Anmerkung von mir: Christina ist ausgebildete Stillberaterin und Mitgründern der Stillakademie, Bloggerin, Juristin und ganzheitlicher Coach für Familien. Du kannst sie hier auf Facebook und auf Instagram finden. Liebe Christina ich danke dir fürs „Vorbeischauen“ und die wertvollen Informationen zum Thema Stillen und Bindung.

Wenn du also eine werdende Mama bist, die noch überlegt ob sie stillen will, kann ich dir von Herzen empfehlen es zu tun. Auf Stillakademie findest du weitere Infos, Onlinekurse, Bücher und mehr.

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