Aus drei werden vier! Wie du dein Kind vorbereiten kannst

Für unsere Tochter waren die letzten Monate voll von ganz viel Emotionen. Sie verstand anfangs nicht so ganz, weshalb Mama so oft  am Morgen vor der Kloschüssel stand und wahrscheinlich auch nicht weshalb mein Mann keinen Kaffee mehr zu Hause trinken durfte (Ihh, der Geschmack von Kaffeebohnen; übel! Wer hatte das auch?)

Da mein Mann aber Verständnis hatte und auf Starbucks ausgewichen ist, schreibe ich hier nur mal die Tipps nieder die wir für unsere Tochter angewendet haben:

  • Miteinbeziehen von Anfang an. Ganz egal wie alt dein Erstes ist, ob 1 oder 7 es wird eine Veränderung (auch schon vor der Geburt) spüren, deshalb finden wir es nicht schön so zu tun als wäre nix Neues im Busch. Wir haben bereits vor der Schwangerschaft angefangen langsam langsam über Babies mit unserer Tochter zu sprechen. Dann sind wir rüber zu bald wächst bei der Mama auch wieder ein Baby im Bauch. Was anfangs ganz komisch empfunden wurde, wurde so immer normaler bis sie dann in die Phase kam in der selbst sie schwanger war 🙂 Natürlich passt das nicht bei allen Kids 😀 aber ein bisschen darüber sprechen kann man auf jeden Fall.
  • Ehrlich und realistisch bleiben. Natürlich ist es schön dem Kind zu erzählen, dass da ein Freund fürs Leben kommt. Das stimmt ja auch. Aber am Anfang wird es wohl auch einfach oft jemand sein, der noch nicht viel machen kann 😀 und der eben auf Hilfe und Zeit von allen angewiesen ist. Deshalb unbedingt auch erklären, dass es Zeit braucht bis sie zusammen spielen können und das am Anfang da einfach ein ganz kleines Menschlein ist, das ganz viel Zeit braucht und auch oft Stillen wird zum Beispiel.
  • Stabilität rund herum. Eine grosse Veränderung aufs Mal ist vorerst ziemlich genug. Wenn es geht, vielleicht nicht noch gerade umziehen oder einschulen oder sonst ganz viele grosse Veränderungen im Leben planen. Lieber ein paar Monate aufschieben wenn möglich.
  • Daddy-Time. Jetzt kommt Papa ins Spiel. Besondere Aktivitäten wie VaKi Turnen, Papa-Kinder-Singen, Väterbrunch was immer es alles gibt (schaut mal hier ) sind jetzt gefragt. Aber auch einfach mit Papa alleine auf den Spielpi oder in den Starbucks oder was auch immer ihnen Spass macht ist jetzt cool. Je stärker diese Bindung schon vor der Geburt, desto einfacher ist es nachher für das grössere Kind sich auf den Papa zu verlassen.
  • Etwas vom Baby schenken. Estella wünscht sich schon lange ein Holzvelo 😀 Sie wird dies am Tag der Geburt unseres Sohnes „von ihm“ bekommen. Dies macht das Geschwister beliebt (ja ich gebe zu etwas manipulativ ;)) und lenkt die Aufmerksamkeit auf sie als BIG SISTER.
  • Viel Verständnis für alle. Am Besten immer. Vor und während und nach der Schwangerschaft 😀
  • Sich bewusst machen das TEILEN etwas ist das wir Lernen müssen 🙂 Vielleicht auch die Vorteile des Teilens hervorheben, wie schön es ist zusammen etwas zu spielen, Zeit und Hobbies zu teilen.
  • Wissen. Vielleicht ein oder zwei Bücher in diesem Stil. Wir haben eines und schauen es auch ab und zu an.
  • Kein Ausquartieren und Nuggi-entwöhnen gerade jetzt. Da wir ziemlich AP-mässig leben  würde ich jetzt auf keinen Fall in der Phase in der das „neue Kind“ kommt das alte aus dem Zimmer ausquartieren. Natürlich spürt da jede Familie was für sie am Besten passt, aber ich persönlich fände das gar nicht schön. Viel besser wenn man das Kind vorher schon ausquartiert oder danach alle zusammen im Family Bett schläft! Oder dann beide zusammen nach der Stillzeit in ein „super cooles“ Zimmer zusammen unterbringt.
  • Fokus auf das grosse Geschwister. Alle (oder ein paar) Besucher darum bitten etwas für das grosse Kind mitzubringen  (Knete, eine Puppenbabytrage, etwas in der Lieblingsfarbe, ein Schöggeli) statt das 45. Paar Söckli für das kleine. Meistens hat man ja schon sehr viel und ganz ehrlich das Neugeborene kann die Aufmerksamkeit a) weder brauchen noch b) wertschätzen was aber für das ältere Kind auf jeden Fall gilt.
  • Quality Time mit dem Erstgeborenen einfädeln. Früher oder später ist das eine schöne Art auch mal etwas nur zu Zweit zu machen, denn die Chancen stehen gut dass der/die Erstgeborene das braucht.

Ich habe einmal gelesen das dem Toddler zu sagen, dass es ein Geschwister kriegt, aber das es total cool wird ihm und das es das Geschwister total gern haben wird so ungefähr das selbe ist wie dem Ehemann zu sagen, dass ab sofort ein neuer Liebhaber bei uns wohnt, aber er sich gar keine Sorgen machen muss, denn er werde ihn unglaublich toll finden und auch lieben mit der Zeit! 

😉 hat wohl was oder?

Oder wie Jrina Prekop festhielt:

„Kaum eine andere kindliche Erfahrung ist so einschneidend wie die des Einzelkindes, wenn es ein Geschwisterchen bekommt. Es ist für das Kind die erste große Lebensprüfung, die es durchzustehen hat. Mit dem Geschwister wird alles anders. Das Vertraute schwindet. Bis dahin konnte sich das Erstgeborene als Teil der Erwachsenenwelt fühlen. Seinem Empfinden nach war diese Welt der Erwachsenen wegen ihm und für ihn da. Nun gehört ihm diese Welt nicht mehr voll. Sie wendet sich einem anderen Stern zu. Das Kind fühlt sich ausgeschlossen, auf sein Eigenes zurückgeworfen. Im Denken und Fühlen ist es schon so weit, dass es diese erste Lebenskrise bewusst verarbeiten muss. Diese umwerfende Erfahrung kann mit einer großen Angst einhergehen, sie kann aber auch die Weichen für eine große Chance stellen“.

Ich bin auf eure Ergänzungen und Tipps gespannt, schliesslich ist das alles hier ja „nur die Vorarbeit“ und die Realität kommt dann wenn das 2. Kind da ist. Ich bin wirklich davon überzeugt dass sie eine wunderbare grosse Schwester wird. Natürlich wird sie auch Eifersucht verspüren, aber das gehört ja zum Mensch-sein dazu. Ich spüre bei uns jetzt schon eine Veränderung. Es wird anders werden. Ganz neu und trotzdem haben wir unsere „alten Werte“. Es wird schön. Es wird intensiv. Ich freue mich auf dich Baby! Und ich freue mich auf die neue Familienkonstellation.

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